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Die Integration der jungen Fahranfänger

Problematischer als der Erwerb der Fahrerlaubnis ist in der Regel die nachfolgende Integration der Fahranfänger in das bestehende System des Straßenverkehrs. Für diesen Vorgang spielt das Freizeit- und Mobilitätsverhalten der jungen Erwachsenen ebenso eine Rolle wie die Wahrnehmung der anderen Verkehrsteilnehmer und das Vorhersehen ihres Verhaltens sowie eine für die Anderen klar ersichtliche eigene Verhaltenslinie. Neben diesen Verhaltensmustern spielt eine weitere Rolle für eine erfolgreiche Integration das geltende Verkehrsrecht, welches gelernt, eingeübt und normgerecht praktiziert werden muss.

Nach geltender Rechtslage müssen sämtliche neue Fahrerlaubnisinhaber der Klasse B das Stadium der Fahrerlaubnis auf Probe (FaP) als das gesetzlich vorgeschriebene Integrationsmodell erfolgreich durchlaufen. Die gesetzliche Grundlage für diese Regelung findet sich im § 2 a StVG und die weiteren rechtlichen Grundlagen für die FaP finden sich in den §§ 32 ff. FeV.

Eine erfolgreiche Integration von Fahranfängern hängt u. a. davon ab, dass diese sich im Straßenverkehr angepasst verhalten und damit ihre Fähigkeit unter Beweis stellen, sich den geltenden Verkehrsregeln unterzuordnen. Unverzichtbare Voraussetzung für diesen Anpassungsprozess ist ein Mindestmaß an Teilhabe am bestehenden sozialen System des Straßenverkehrs.

Bereits in der ersten theoretischen Stunde ihrer Fahrschule lernen die Fahrschüler die wichtige Grundregel des § 1 Abs. 1 StVO kennen, wonach die Teilnahme am Straßenverkehr ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksichtnahme erfordert. Diese Grundregel ist ein Ausdruck und eine der rechtlichen Grundlagen des sozialen Systems im Straßenverkehr. Nur wer diese Regel kennt, kann sie im eigenen Verhalten beherzigen und dadurch fördernd auf den allgemeinen Verkehrsablauf einwirken. Es hängt entscheidend von der Umsetzung dieses zunächst theoretischen Ansatzes in die eigene Fahrpraxis ab, ob eine Integration in das soziale System Straßenverkehr im Einzelfall gelingt.

Der individuelle Integrationsprozess eines jeden einzelnen jungen Fahranfängers, der auch als eigenständiger Erziehungsabschnitt bezeichnet werden kann, wird aber auch durch das allgemeine Verhalten der Gruppe der jungen Erwachsenen bestimmt. Noch größer als der Einfluss dieses jugendlichen Zeitgeistes ist jedoch der spezielle Einfluss der den einzelnen Fahranfänger umgebende Freundeskreis. Hier spielt inzwischen das Auto als entscheidendes Mittel zum Zweck eines von jungen Jahren an mobilen individualisierten Lebensstils eine große Rolle im Leben der jungen Erwachsenen. Es ist dabei weniger entscheidend, was für ein Auto man hat, sondern entscheidend ist vielmehr die Tatsache, dass man überhaupt ein Auto hat und damit innerhalb der eigenen Gruppe mobil ist.


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